Probleme mit Ball
„Analysieren und dann auch ansprechen, was schief lief“, fordert Kapitän Fabio Gruber nach dem Auftritt gegen Dynamo Dresden. „Das war vor allem das Spiel mit Ball“, machte der Nationalspieler hier die größte Schwachstelle aus.
Zudem müsse man beim FCN sehen, „dass wir jetzt auch in Abläufe reinkommen“ – eine Aussage, die so spät in der Saison einigermaßen überraschend kommt. Schließlich sind bereits 29 Spieltage der 2. Bundesliga absolviert.
Anderer Spielstil
Miroslav Klose betont hingegen regelmäßig, dass der Fokus auf dem eigenen Spiel liegt – und dass man dieses dem Gegner aufdrücken will. Zuletzt stellt sich aber die Frage, wie dieser Fußball im Idealfall aussehen soll. In der Hinrunde war das Nürnberger Vorhaben klar erkennbar. Viele Überladungen, den freien Mann im Zentrum finden, der dann entscheidet, ob man sich auf der Ballseite durchspielt oder die Verlagerung anvisiert – so in etwa lässt sich das Ganze stark vereinfacht zusammenfassen.
Seit der Rückrunde hat sich das nach und nach verändert. Zum Jahresbeginn streute man den ein oder anderen langen Ball mehr ein. Mittlerweile ist es – vor allem unter Gegnerdruck – relativ häufig, dass der lange Schlag gewählt wird. In sieben der vergangenen acht Partien betrug der Anteil langer Bälle beim FCN mindestens 10,4 %, in der gesamten Hinrunde übertraf man diesen Wert insgesamt lediglich fünfmal.
Mehr Zweitliga-Fußball
Dahingehend passen sowohl die Aussagen des Sportvorstandes, mehr auf Zweitliga-Fußball setzen zu wollen, als auch die Personalentscheidungen des Trainers. Es ist auch nicht gesagt, dass man mit dieser Art, Fußball zu spielen, nicht erfolgreich sein kann.
Der Anspruch, fußballerisch besser agieren zu wollen, passt aktuell jedoch kaum zur Realität auf dem Platz. Stattdessen wirkt es derzeit eher, als sei man sich auch auf dem Feld nicht immer einig, wie man den Spielvortrag gestalten möchte. Dass ein ersatzgeschwächter Abstiegskandidat dann über 60 Minuten mehr Ballbesitz und klarere Abläufe zeigt als ein Team in Bestbesetzung, das sich „Ballbesitzfußball“ auf die Fahne schreibt, war am vergangenen Samstag die Folge.
FCN-Spielmacher Julian Justvan bemängelte ein weiteres Thema bei seiner Mannschaft: „Ich habe das Gefühl, wenn uns ein Gegner hoch und auch gut presst und wir nicht bei unserem einfachen Spiel bleiben, dann haben wir extreme Probleme“, analysierte er nach Dresden.
Quo vadis?
Nicht nur mit, auch gegen den Ball gab es beim FCN Änderungen. Zwischenzeitlich verteidigte man regelmäßig im Raum im 4-3-3, zuletzt presste man hingegen deutlich mannorientierter. Von einer nachhaltigen Leistungssteigerung kann aber derzeit in keiner Spielphase die Rede sein. Immer wieder gibt es Ausreißer nach oben, mehr jedoch nicht.
So darf man gespannt sein, welchen Fußball man sich im Max-Morlock-Stadion in der kommenden Saison überhaupt in der Idealvorstellung wünscht. Das wird schließlich auch für die Kaderplanung eine entscheidende Rolle spielen. Aktuell wirkt es, als habe der FCN selbst noch keine klare Antwort darauf.


