FCN weit vom Aufstieg entfernt
Seit dem Abstieg 2019 ist der 1. FC Nürnberg bislang weit davon entfernt gewesen, die Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen. Bis auf die Saison 2021/2022, in der man unter Robert Klauß Achter wurde, landete der FCN stets in der unteren Tabellenhälfte.
In dieser Spielzeit stehen die Chancen jedoch nicht schlecht, zum zweiten Mal in den letzten sieben Jahren in der oberen Tabellenhälfte zu landen. Sechs Spieltage vor Schluss steht der Club auf Rang acht und verfügt immerhin über vier Punkte Vorsprung auf Platz zehn.
Trotz der von Sportvorstand Joti Chatzialexiou formulierten Zielvorgabe einer Top-7-Platzierung war der Aufstieg aber auch in dieser Saison kein Thema.
„Irgendwann vielleicht aufsteigen“
Das soll sich künftig ändern: „Irgendwann wollen wir uns da schon nähern, um vielleicht aufzusteigen“, sagte Miroslav Klose kürzlich bei Blickpunkt Sport – ohne dabei einen konkreten Zeitpunkt zu nennen.
Für die kommende Saison hofft der FCN-Trainer jedoch, höhere Tabellenregionen anvisieren zu können – vorausgesetzt, der Kader passt:
„Wir haben richtig gute Spieler. Wenn wir den Großteil halten können – was in Nürnberg natürlich nicht immer geht – und die Ergänzungen passen, dann können wir schon ein bisschen höher in der Tabelle schauen.“
Ein Aufstiegsplatz weniger?
Ob deswegen bereits der große Sprung gelingen kann, erscheint aus mehreren Gründen fraglich – zumal faktisch ein direkter Aufstiegsplatz weniger drohen könnte.
Denn in der Bundesliga scheint der Abstieg des VfL Wolfsburg angesichts von bereits vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz immer wahrscheinlicher. Und das, obwohl der VW-Klub über deutlich bessere finanzielle Mittel verfügt als viele seiner Konkurrenten.
Diese Mittel könnten dann bei einem möglichen Wiederaufstiegsprojekt voll zur Geltung kommen, wie die Sport BILD berichtet.
Rekordetat und Top-Trainer?
Demnach würde der Sponsoringvertrag mit Gesellschafter Volkswagen um 20 Prozent reduziert werden – was bei einem Volumen von etwa 60 Millionen Euro gleichbedeutend mit einem Rekord-Etat für Zweitliga-Verhältnisse wäre.
Die VW-Führung soll im Falle eines Abstiegs bereit sein, finanziell alles für den direkten Wiederaufstieg zu unternehmen. Hinzu kommt, dass alle über den Sommer hinauslaufenden Spielerverträge auch für die 2. Liga gültig wären – demzufolge könnte kein Profi ablösefrei gehen.
Teil dieses Szenarios könnte auch ein Trainer sein, der in den vergangenen Jahren zu den besten der 2. Bundesliga zählte: Lukas Kwasniok gilt nach seiner Entlassung beim 1. FC Köln als möglicher Kandidat, um die Niedersachsen im Fall der Fälle zurück in die Bundesliga zu führen.
Riesiger Vorteil
Wenngleich sich auch der VfL Wolfsburg zunächst in der anspruchsvollen 2. Bundesliga zurechtfinden müsste, wäre der finanzielle Vorteil gegenüber der Konkurrenz enorm.
Insofern wäre es äußerst überraschend, sollte dem VfL in diesem Szenario nicht der direkte Wiederaufstieg gelingen – womit ein Aufstiegsplatz in der neuen Saison zumindest gefühlt schon vergeben wäre.
Allerdings hätte wohl auch kaum jemand erwartet, dass der Verein sechs Spieltage vor Saisonende überhaupt vor dem Abstieg aus der Bundesliga stehen würde.


