FCN: Zwischen Genie und Wahnsinn – Nzingoula hat sich „endlich belohnt“

Sprints top, Passquote schwach – kaum ein FCN-Spieler vereint so extreme Werte.

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Foto: DO IT NOW Media

Endlich belohnt

Nachdem sich Rabby Nzingoula im Winter auf Leihbasis dem 1. FC Nürnberg anschloss, wurde er relativ schnell Stammspieler bei den Franken. An sechs der vergangenen sieben Spieltage stand der 20-Jährige beim FCN in der Startelf.

Als „total guten Charakter“ schätzt sein Trainer Miroslav Klose den Franzosen auch menschlich ein, wie er via Sky verrät. Umso glücklicher war der Weltmeister von 2014, dass Nzingoula beim 1:1 in Braunschweig seinen ersten Treffer im FCN-Trikot erzielte: „Mich freut es wirklich, dass er jetzt ein Tor gemacht hat und sich endlich mal für seine guten Leistungen in den letzten Wochen belohnt hat.“

Physis und Dynamik

„Er bringt sehr, sehr viel Intensität in unser Spiel“, hebt Klose hervor. Wenig überraschend bestätigen auch die Daten Nzingoulas große Workrate. Am vergangenen Wochenende war er mit insgesamt 33 Sprints der Spieler des Spieltags mit den zweitmeisten Sprints – obwohl er in der 80. Minute ausgewechselt wurde.

Diese Intensität und Physis hilft den Franken auch in der Offensive weiter. Er gewinnt viele zweite Bälle, kann mit seiner Dynamik viele Meter überbrücken und streut viele Tiefenläufe ein, was dem Club in dieser Kombination einen sehr großen Mehrwert verschafft – vor allem, da dieses Profil kein anderer Spieler im Kader mitbringt.

Klares Defizit

Demgegenüber steht eine klare Schwäche – seine Qualität am Ball, wenn der Raum relativ eng ist. Viele einfache Fehler, unsaubere Kontakte und Ballverluste resultieren daraus. In Braunschweig brachte er gerade einmal 56 % seiner Zuspiele beim Mitspieler an, was ihn neben seinen Top-Sprintwerten als Spielertyp ebenfalls gut charakterisiert. Ein Wert, der für einen Achter – vor allem in einem Team wie dem FCN, das sich als Ballbesitzmannschaft sieht – eigentlich indiskutabel ist. Auf die gesamte Saison gesehen beträgt seine Passquote 74 %, womit er von 57 zentralen Mittelfeldspielern der 2. Bundesliga mit mindestens 400 Einsatzminuten zu den drei schwächsten gehört.

Was es ihm diesbezüglich sicher einfacher machen würde, wäre eine Position auf der Außenbahn, da hier eine seitliche Dimension, die er im Blick haben müsste, wegfallen würde. Für das Nürnberger Spiel ist er im Mittelfeld aber aufgrund seiner Stärken derzeit zu wichtig.

Zukunft in Nürnberg?

Umso mehr dürfte man sich beim 1. FC Nürnberg darüber freuen, dass sich Nzingoula im Frankenland wohlzufühlen scheint, wie er nach dem letzten Spiel gegenüber der BILD bestätigte: „Ich bin dem Verein sehr dankbar, und deshalb bin ich auch glücklich, hier zu spielen. Es gibt für mich die Option, zu bleiben, aber das liegt auch am Verein. Wenn sie mich wollen, dann bin ich sehr gerne da, wenn nicht, ist es auch o.k.“ Die Kaufoption von 4 Millionen Euro ist jedoch zu teuer, wodurch es an den FCN-Verantwortlichen ist, eine für alle Seiten gewinnbringende Lösung zu finden. Dass die Leihe im Winter ein guter Deal war, lässt sich aber jetzt schon sagen.