FCN fordert Krisen-Hertha heraus

Mit einem Sieg könnten die Franken auf nur einen Punkt an Platz 7 heranrücken.

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Rankommen

Der 1. FC Nürnberg könnte am Sonntag den Abstand auf ein Team, das sich das klare Ziel Aufstieg in die Bundesliga gesetzt hat, auf lediglich einen Zähler verkürzen. Voraussetzung dafür ist, dass der FCN bei der Hertha aus Berlin gewinnt. Unmöglich erscheint das nicht. Schließlich gewann der Hauptstadtklub nur eines der vergangenen zehn Pflichtspiele.

Vor allem die letzten Tage verliefen bitter: Erst scheiterte man im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Freiburg im Elfmeterschießen, die beiden folgenden Ligaspiele verlor man gegen Hannover und Paderborn, wodurch die letzten Chancen auf den Aufstieg wohl vergeben wurden. Auch für Trainer Stefan Leitl sei dieses Thema nun beendet.

Qualität

Dennoch erwartet den FCN ein Gegner, der zweifelsfrei über viel individuelle Qualität verfügt: Cuisance, Reese Krattenmacher, Kownacki, Demme und Seguin sind nur einige der prominenten Namen. Diese Qualität zeigt sich vor allem im Umschaltspiel in Richtung Offensive, was zu den Berliner Stärken gehört. Nicht zufällig gibt man ligaweit die zweitmeisten Abschlüsse nach Kontern ab. Auch das Flügelspiel über Reese und Co. ist oftmals gefährlich – 11 Tore nach Flanken sind Ligabestwert.

Gleichzeitig ist man spielerisch zu selten in der Lage, sich klare Torchancen zu kreieren. Lediglich 21% der eigenen Angriffe werden über das Spielfeldzentrum vorgetragen, was es für den Gegner ein Stück weit berechenbar macht. Systemtechnisch lief man bereits in verschiedenen Anordnungen – mal in einer Vierer-, mal in einer Fünferkette – auf.

How to

Die letzten beiden Partien könnten für den Club Anschauungsbeispiele sein, wie man die Hertha besiegen kann. Hannover dominierte lange Zeit nahezu nach Belieben und ließ Ball sowie Gegner laufen. Hierfür setzte man auf ein 3-4-3 mit Raute im Ballbesitz, in welchem man die Achter immer wieder freispielen konnte. Während die Hertha bei der 2:3-Niederlage vorwiegend im 4-2-3-1 agierte, spielte man eine Woche später in Paderborn mit einer Fünferkette. Am Ende verlor man jedoch mit 2:5 und fand gegen das sehr hohe und aggressive SCP-Pressing keine Lösung.

Matchwinner Zoma?

Mohamed Ali Zoma könnte beim FCN wieder eine entscheidende Rolle einnehmen. Herthas Innenverteidigung ist robust und kopfballstark, weshalb man erst ein Gegentor per Kopf (Ligabestwert) kassierte. Am Boden sind Toni Leistner, Marton Dardai und Co. jedoch verwundbar. Die Gegnervorbereitung dürfte etwas erschwert sein, da Leitl bereits ankündigte, nicht nur bezüglich der Herangehensweise, sondern auch personell einige Änderungen vornehmen zu wollen. Mit einem Auswärtssieg könnte der Club die Berliner Sorgen vergrößern – und zugleich auf nur einen Zähler an Platz 7 heranrücken.